Quanten-Start-up Commutator Studios sichert sich 1,5 Millionen Euro Investment

Schlüsseltechnologie gegen Quantenfehler von internationalen Top-Investoren unterstützt

17/07/2025
Die Gründer von Commutator Studios: Dr. Jan Knaup und Dr. César A. Rodríguez Rosario
©Commutator Studios
Dr. Jan Knaup beim Pitchen
©garage33

Sie gelten als Superhirne der Zukunft: Quantencomputer sollen einmal Medikamente in Rekordzeit entwickeln, Finanzmärkte präziser analysieren oder Verkehrsflüsse in Echtzeit optimieren. Doch bislang kämpfen sie mit einer großen Schwäche, denn sie sind extrem fehleranfällig. Genau hier setzt das Düsseldorfer Start-up Commutator Studios an, das durch das Gründungscenter der Universität Paderborn, die garage33, gefördert wurde.

Das Start-up entwickelt eine Plattform, die Quantenfehler in Software automatisch erkennt und behebt – ein elementarer Baustein, um Quantencomputing in die praktische Anwendung zu bringen. In einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde konnte Commutator Studios jetzt 1,5 Millionen Euro einsammeln.

KI trifft Quantenphysik: Wie Commutator Studios das Kernproblem löst

Commutator Studios kombiniert Künstliche Intelligenz und eigene Algorithmen, um Quantenfehler unabhängig von der zugrundeliegenden Hardware systematisch zu erkennen, zu minimieren und zu kompensieren. Damit adressiert das Start-up eines der zentralen ungelösten Probleme in seinem Bereich: Fehler in Quantencomputern beeinträchtigen nicht nur Genauigkeit und Stabilität, sondern machen den Betrieb bislang stark abhängig von hochspezialisierten Fachkräften, die bis zu 95 Prozent ihrer Zeit mit Überwachung und Fehlerbehebung verbringen. Ziel von Commutator Studios ist es, die Leistung und Zuverlässigkeit von Quantensoftware deutlich zu verbessern und Unternehmen den Zugang zur Quantentechnologie zu erleichtern, insbesondere in Bereichen wie Chemie, Pharma, Finanzwesen oder Logistik. Erste Pilotprojekte mit Industriepartnern sind in Vorbereitung – ein erster Schritt auf dem Weg, Quantencomputer durch die Technologie in der industriellen Praxis breit einsetzbar zu machen.

Gegründet wurde das Start-up 2023 von den Physikern Dr. César A. Rodríguez Rosario und Dr. Jan M. Knaup, die sich während ihrer Zeit an der Harvard University kennenlernten. Beide vereinen wissenschaftliche Tiefe mit unternehmerischer Erfahrung und treiben mit ihrem Team eine Lösung voran, die das Quantencomputing wesentlich praxistauglicher macht.

Investor:innen setzen auf strategische Tiefe und globale Relevanz

Mit seiner Plattform trifft Commutator Studios einen wachsenden Bedarf in der Quantum-Community und überzeugt damit Investor:innen auf beiden Seiten des Atlantiks. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Münchener Wagniskapitalfonds Backtrace Capital, der neben Kapital auch technologische Tiefe sowie strategische Unterstützung für die nächste Wachstumsphase des Start-ups bietet. Die internationale Relevanz der Technologie unterstreicht weiterhin die Beteiligung von Preston-Werner Ventures, geleitet von GitHub-Mitgründer Tom Preston-Werner. Darüber hinaus zählen Dr. Jan Goetz, CEO und Mitgründer von IQM Quantum Computers, sowie HBG zu den Unterstützern der Runde. Insgesamt sind die Investor:innen sich einig, dass Commutator Studios einen kritischen Engpass im Quantencomputing adressiert und das Potenzial hat, zu einem zentralen Baustein der Infrastruktur dieser Schlüsseltechnologie zu werden.

Text: Kim Determann