Cargoboard Team

(© Cargoboard)

Ein Interview mit Gründer Richard Kleeschulte

Vor etwa zwei Jahren nahmen Richard Kleeschulte und seine drei Mitstreiter Artur Nachtigal, Lukas Petrasch und David Port am Disrupt Workshop mit der CargoLine beim TecUP in der garage33 teil. Mit dem Ziel, ein digitales Geschäftsmodell für die Logistikbranche der Zukunft zu entwickeln, haben Sie eine digitale Plattform für Stückguttransporte aufgebaut. Heute – zwei Jahre später – sitzt das mittlerweile dreizehnköpfige Team bereits im eigenen Büro und blickt auf ein enorm erfolgreiches, erstes Geschäftsjahr zurück. Wir haben mit Richard Kleeschulte gesprochen, um zu erfahren, was seit dem Beginn in der garage33 passiert ist.

Richard, du bist Teil des Start-ups Cargoboard. Erzähl doch einfach mal: Wer seid ihr? Was genau macht ihr?

Cargoboard ist im Grunde eine digitale Spedition. Wir sind hier in der garage33 entstanden und haben am 1. April letzten Jahres gegründet. Cargoboard stellt gewerblichen Versendern eine Plattform zur Verfügung, über die Stückguttransporte angefragt und gebucht werden können. Wir agieren nicht aus der Position eines Vermittlers oder eines Preisvergleichs-Portals, sondern als Erstspediteur und Vertragspartner. Somit übernehmen wir den kompletten Service und unterstützen unsere Kunden weit über den Buchungsprozess hinaus. Durch diese Nähe zum Kunden können wir unsere internen Prozesse immer weiter verbessern, was letztlich unseren Kunden zu Gute kommt.

Du hast erzählt, dass ihr Cargoboard mit vier Co-Foundern gegründet habt und mittlerweile ein dreizehnköpfiges Team seid. Was würdest sagen, zeichnet euer Team aus?

Ich glaube, was unser Team am meisten auszeichnet, ist, dass wir einen tollen Teamspirit haben und alle an einem Strang ziehen. Das heißt, dass sich alle zu 100% mit Cargoboard identifizieren und sich für jeden Kunden maximal ins Zeug legen. Das zahlt sich am Ende natürlich aus.

Wie kam es zu der Idee, Cargoboard zu gründen? Und welche Rolle hat die garage33 bzw. TecUP für euch gespielt?

Ausgangspunkt für die Idee zu Cargoboard war letztlich ein Corporate Workshop mit der CargoLine, einem Verbund mittelständischer Speditionsunternehmen, im Sommer 2018 hier in der garage33. Die Ausgangsfragestellung war: „Wie sieht Logistik, Spedition, Transport von morgen aus?“ und „Was könnten hier für digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden?“. In diesem zweitägigen Workshop ist die Idee zu Cargoboard entstanden. In der Vergangenheit musste man als Kunde bei einer lokalen Spedition Preise mithilfe verschiedener Preistabellen zusammenrechnen. Wir haben uns dann überlegt, einen Preisrechner zu schaffen, über den Gewerbetreibende Sendungen anfragen können. Im Laufe der Entwicklung hat sich dann immer mehr herauskristallisiert, dass die reine Preisermittlung zwar wichtig ist, aber dass es da nicht aufhört und wir eigentlich den kompletten Prozess digitalisieren sollten. Besonders wichtig ist uns der Kundenfokus. Wir versuchen immer, das Versanderlebnis und den Bestellprozess noch einfacher, noch intuitiver zu gestalten und einen besseren Kundenservice zu bieten.

Innerhalb von einem Jahr ist bei euch sehr viel passiert. Welche Erfolge, welche Meilensteine konntet ihr bereits verbuchen?

Wir haben innerhalb der ersten 9 Monate nach der Gründung einen siebenstelligen Umsatz erzielt. In diesem Jahr werden wir einen mittleren bis hohen siebenstelligen Umsatz fahren. Auch bei den Kundenzahlen haben wir gerade einen neuen Rekord geknackt mit über 7000 registrierten Kunden. Was uns auch sehr freut ist, dass wir insgesamt schon über 500 Online-Bewertungen haben und mit 4,9 Sternen, die am besten bewertete Spedition in Deutschland sind.

Hat sich seit der Ausgründung für euch etwas verändert – als Team, als Unternehmen -im Vergleich zu eurer Anfangszeit hier beim TecUP?

Es kommen täglich neue Aufgaben hinzu. Wir waren am Anfang schon fünf Leute und mussten uns erstmal einfinden und schauen wie zum Beispiel der Service abgewickelt wird. Dann galt es die Aufgaben abzugeben und ein Team aufzubauen und einzuarbeiten. Mit steigender Teamgröße sinkt zwar der Arbeitsaufwand im Tagesgeschäft allerdings erhöht sich der administrative Aufwand. Die Zeit in der garage33 war sehr geprägt vom Prinzip „entwickeln, testen, ausprobieren“. Das können wir jetzt nicht mehr in der Intensität. Unser Büro hilft uns, uns noch mehr auf unser Business zu konzentrieren, dafür fehlt aber manchmal der Austausch an der Kaffeemaschine mit anderen Gründern und Gründerinnen.

Gibt es irgendeinen schönen oder erfolgreichen Moment, der euch besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Ein echtes Highlight war auf jeden Fall der Einzug ins eigene Büro. Einfach, weil wir uns dort super wohl fühlen und die Aussicht auf den Marienplatz einmalig ist. Dann gibt es natürlich auch einige Meilensteine, die wir uns vorher gesetzt haben, wie zum Beispiel der erste Tag mit 100 Aufträgen. Aber auch einige unserer ersten Sendungen sind uns noch sehr in Erinnerung geblieben. Ich denke da an eine Sendung, die in der Sylter Fußgängerzone abgeholt werden musste. Da ging alles schief, was nur schief gehen konnte. Aber am Ende hatten wir eine zufriedene Kundin und unsere erste positive Rezension.

Ihr seid ja Tochter der CargoLine – Wie profitiert ihr von den Erfahrungen der CargoLine und wie profitiert die CargoLine von euch?

Die CargoLiner sind Profis in ihrem Bereich und haben ein großes und etabliertes Stückgutnetzwerk, welches als eines der besten in Deutschland gilt. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, ein namenhaftes Logistik-Netzwerk hinter sich zu haben, das eine sehr gute Qualität liefern kann. Das ist für uns ein sehr wichtiger Wachstumsfaktor. Auf der anderen Seite profitiert die CargoLine auch von uns. Mit Cargoboard hat die CargoLine ein Start-up an der Seite, das komplett digital aufgestellt ist. Insbesondere im Bereich der digitalen Prozesse oder dem Online-Marketing kann die CargoLine von unseren Erfahrungen profitieren.

Und welche kurzfristigen Ziele verfolgt ihr mit dem Team momentan?

Wir wollen in diesem Jahr vor allem noch die ersten Schritte in der Internationalisierung gehen. Auch wenn der deutsche Logistikmarkt im Stückgut riesig ist und wir diesen lange noch nicht abschöpfen, erhoffen wir uns durch die Internationalisierung zusätzliche Netzwerkeffekte. Außerdem möchten wir unsere Plattform noch offener gestalten. Es gibt zum Beispiel mittlerweile auch mehrere Schnittstellen zu unserer Plattform und wir überlegen jetzt, wie wir diese sinnvoll für unsere Kunden einsetzen können. Im Fokus stehen hier vor allem Online-Shop Betreiber.

Wollt ihr denn langfristig mit eurem Headquarter in Paderborn bleiben oder überlegt ihr noch andere Standorte aufzubauen?

Ob wir noch andere Standorte aufbauen, müssen wir im Zuge der Internationalisierung prüfen. Zunächst versuchen wir aber erstmal noch aus Paderborn zu managen, da gibt es ja auch mittlerweile viele Möglichkeiten. Wir sind mit unserem Hauptstandort hier sehr zufrieden und planen nicht, diesen zu verlegen.

Vielen Dank für das Gespräch, Richard.

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