Interview mit Coach Arthur
Gründungscoach Arthur klärt Fragen rund ums Coaching auf

Um offene Fragen zum Thema Coaching zu klären, haben wir uns mit Gründungscoach Arthur zusammengesetzt und ihn mit Fragen gelöchert. Arthur ist bereits seit Juni 2017 im TecUP Team, kurz nachdem die garage33, unser Co-Working und Eventspace, eröffnet hat. Da er selbst Gründungserfahrung mitbringt und die Kombination aus Universität, Start-ups und Forschung als besonders spannend empfindet, hat es ihn zu TecUP gezogen. Er selbst war einst Teil eines Start-ups im Bereich der Softwareentwicklung und möchte heute Ausgründungen aus der Universität, hinter denen oftmals viel Potenzial steckt, unterstützen. Vom Erstgespräch bis zur Ausgründung begleitet Arthur bereits seit über drei Jahren Gründerinnen und Gründer beim TecUP…

Arthur, wann bzw. für wen lohnt sich in deinen Augen ein Coaching-Erstgespräch?

Im Prinzip lohnt es sich für jeden, der eine Idee hat und gerne darüber reden würde. Das Coaching Gespräch ist kostenlos und unverbindlich und oft kann man die eigene Idee schon nach dem ersten Austausch weiterentwickeln. Am besten ist, die Gründungsinteressierten melden sich einfach über das Kontaktformular auf der Homepage, per E-Mail oder Anruf und dann vereinbaren wir einen Termin. Alternativ kann man auch einfach Dienstagsmorgens zwischen 9 und 11 Uhr in der freien Sprechstunde vorbeikommen. Dabei ist erstmal jeder eingeladen, egal mit welcher Idee er oder sie kommt. Unser Fokus liegt aber auf den technologie- und wissensbasierten Innovationen.

Und wie würde so ein Erstgespräch dann ablaufen?

Also wir stellen uns, die garage33 und TecUP, natürlich erstmal vor. Wir erklären, was wir machen, vor allem aber auch was wir nicht machen. Manche haben nämlich die Vorstellung, dass wir Steuerberater oder Rechtsanwälte sind – das sind wir natürlich nicht. Wenn wir uns vorgestellt haben ist es so, dass die Gründer:innen sich und ihre Idee vorstellen. So ein Erstgespräch dauert in der Regel eine Stunde. Am Ende machen wir eine Art Follow-up, also wie soll es weiter gehen?! Dann vereinbaren wir meist direkt einen Folgetermin und gehen je nach Status der Idee und der Gründung weiter vor. Was will der Gründer oder die Gründerin überhaupt? Einen Förderantrag? Unterstützung? Ins Netzwerk? Dementsprechend planen wir die nächsten Schritte.

Und wie bekommt man dann einen Platz bei uns in der garage33? Also nicht jeder, der ein Erstgespräch hat, bekommt ja auch automatisch ein Büro gestellt.

Im Co-Working ist erstmal jeder eingeladen – das ist überhaupt kein Problem. Ein Büro in der garage33 ist allerdings immer an ein Förderprogramm gebunden. Also nur wer in einem Förderprogramm ist, dem können wir zur Zeit ein Büro zur Verfügung stellen. Und zum Glück haben wir aktuell genug Kapazitäten – zum einen hier in der garage33, vor allem aber nebenan im Technologiepark 6 – um allen Teams mit Förderprogrammen auch ein Büro bieten zu können. Da ist dann auch die Nutzung der Konferenzräume inklusive. Das ist für die meisten Gründerinnen und Gründer schon viel wert.

Und das war nicht immer so, erzählt Arthur, denn TecUP hat sich in den vergangenen Jahren stark vergrößert. Mit den sechs Büros in der garage33 und den anfänglich wenigen zusätzlichen Büroflächen, wurde es vor 2-3 Jahren auch manchmal knapp und die Teams mussten sich zum Teil ein Büro teilen. Doch das hat der Stimmung nie einen Abbruch getan, denn das Ganze hier ist ja auch eine Gemeinschaft …

Der größte Vorteil ist der Austausch untereinander, also die Coaching Gespräche, der Austausch mit Netzwerkpartner:innen, aber auch die Kommunikation mit anderen Gründer:innen. Die meisten haben einfach ähnliche Probleme und da kann man mal eben schnell fragen „Wie machst du das denn? Welche Ideen hast du? Welche Tipps hast du?“. Man muss nur anklopfen und kann schnell an Informationen kommen. Das ist natürlich ein riesiger Vorteil gegenüber einer Gründung alleine im stillen Kämmerlein.

Du hattest ja eben schon von Förderprogrammen gesprochen: Die Umsetzung einer Idee in die Realität kostet in der Regel viel Geld. Welche Möglichkeiten bieten sich den Gründer:innen beim TecUP, ihre Idee zu finanzieren?

Wir unterstützen viele Start-ups mit Förderprogrammen. Das fängt an mit dem Gründerstipendium.NRW, geht über das EXIST-Gründerstipendium und das EXIST Forschungstransfer Stipendium, bis hin zum START-UP Transfer.NRW. Es gibt aber auch Teams, die einfach über Bootstrapping, also nur mit den eigenen Einnahmen immer weiterkommen. Aktuell haben wir ein Team, das eine Kickstarter-Kampagne startet. Die andere Möglichkeit ist natürlich auch über Business Angels oder über Venture Kapital, also das Netzwerk, das wir in dem Bereich haben, an Kapital zu kommen.

Da bieten sich ja viele Möglichkeiten. Aber wie findet man am Anfang eigentlich heraus, ob die eigene Businessidee gut ist?

Das ist eine gute Frage. Ob wir Coaches eine Idee gut finden oder nicht, ist erstmal egal. Also ich glaube das Wichtigste ist, dass man mit der Idee möglichst frühzeitig rausgeht und validiert, mit ganz vielen Leuten spricht, mit potenziellen Kunden spricht. Denn die wissen ja am besten, ob sie etwas kaufen wollen oder nicht. Und wenn man die ganze Zeit alleine vor sich hin entwickelt und erst dann damit an den Markt geht, hat man vielleicht ein tolles Produkt, aber stellt schnell fest das will überhaupt keiner kaufen. Also die Leute müssen reden, reden, reden. Manchmal muss man erst ein bisschen testen, um voranzukommen. Am Ende entscheidet immer der Markt, ob die Idee gut ist oder nicht.

Okay, ein gutes Produkt, die Meinung von potenziellen Kunden – das ist die eine Sache. Und was ist deiner Meinung nach essenziell, um sich dann als Start-up auch behaupten und langfristig positionieren zu können?

Das Team! Das ist das Allerwichtigste. Das Team muss sich möglichst früh klarwerden, was sie eigentlich wollen. Was ist ihre Vision? Wo wollen sie hin? Ziehen alle am gleichen Strang? Die meisten Gründungen – das lässt sich auch empirisch belegen – scheitern am Team. Das Team muss eine gemeinsame Vorstellung haben von dem, was sie machen. Es ist natürlich auch möglich alleine zu gründen. Aber man wächst ja als Start-up im Idealfall auch relativ schnell. Und dann kann man nicht alles alleine machen: Vertrieb, Marketing, Entwicklung. Da muss ich mir dann ein Team suchen und ich glaube das ist meistens der schwierigste Teil: die passenden Teammitglieder zu finden, mit denen man auch eine Vertrauensbasis aufbaut und die gemeinsame Vision dann natürlich auch pflegt. Ich sage immer, das ist wie heiraten: Man heiratet ja auch nicht den ersten Mann oder die erste Frau, den oder die man auf der Straße trifft. Ähnlich ist es bei der Teamfindung. Und wenn das Start-up richtig gut läuft, arbeiten die ja auch 60 Stunden in der Woche zusammen und das muss dann ja irgendwie passen. Wir versuchen beim TecUP aber auch bei der Teamfindung zu unterstützen durch Teammatching Events, Stellenbörsen, etc.

Klar, so ein Team muss gut funktionieren und an einem Strang ziehen. Aktuell in der Pandemie gestaltet es sich natürlich ziemlich schwer, zusammentreffen zu vereinbaren, um potenzielle Teammitglieder kennenzulernen. Wie läuft es denn momentan mit den Coachings? Merkt ihr durch Corona einen Unterschied zu vorher?

Am Anfang hatten wir auf jeden Fall deutlich mehr zu tun. Gerade im März und April hatten wir so viele Erstgespräche wie noch nie. Da hat sich alles geballt, da „brannte die Bude“. Einige waren in einem Angestelltenverhältnis und hatten plötzlich Zeit, sich ihren eigenen Ideen zu widmen. Zum Teil sind sie bis heute bei uns im Coaching. Über den Sommer ist die „Flut an Erstgesprächen“ dann etwas abgeflaut, aber man merkt schon, dass auch jetzt wieder mehr Erstgespräche zustande kommen. Das hängt ja auch eng mit der Wirtschaft zusammen: Wenn die wirtschaftliche Entwicklung gut ist, geht die Anzahl der Start-ups eher zurück. Das war ja auch in den letzten 4 bis 5 Jahren der Fall. Wenn dann das Wirtschaftswachstum abnimmt, sind die Leute eben auch eher motiviert, selbst zu gründen.

Danke Arthur für das aufschlussreiche Gespräch.

Wir hoffen, dass wir vielleicht auch deine Motivation durch das Interview etwas steigern konnten, einfach mal vorbeizukommen. Mach gerne einen Termin bei uns aus, lass dich beraten und finde heraus, wohin der Weg dich führt…

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