Erfolgreiche Ausgründung der Universität Paderborn bringt Abo-Modelle in den deutschen Maschinenbau

2020 fiel bei uns in der garage33, dem Gründungszentrum der Universität Paderborn, der Startschuss für das IoT-Start-up Synctive. Ziel der drei Gründer Manuel Rüsing, Albert Gorlick und Alexander Wunder war es, mit ihrem Start-up eine Management-Software für Abo-Modelle im Maschinenbau zu entwickeln, die sämtliche Informationen und Geschäftsprozesse zentral an einem Ort bündelt. 2021 gründeten die drei schließlich ihr Unternehmen. Nun können sie einen großen Erfolg verbuchen: Die Ausgründung der Universität Paderborn erhielt ein Investment in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Der Frühphasen-Investor Capnamic, der sich vor allem auf deutschsprachige Tech-Start-ups spezialisiert hat, führt die Investment-Runde als Lead-Venture Capitalist an. Neben Capnamic investieren unter anderem die Berliner Business Angels “Saarbrücker 21” um Just Beyer, Johannes Schaback, Robert Maier, Oliver Roskopf, Stephan Thoennißen und Eric Ebert, die Mücke Roth & Company GmbH und weitere Business Angels. Mit dem Investment wird das Software-as-a-Service-Start-up sein Produkt weiterentwickeln und das Team ausbauen. Dank der All-in-One Lösung von Synctive kann jeder Maschinenhersteller den Schritt zum nutzungsbasierten Equipment-as-a-Service Geschäftsmodell schnell und einfach schaffen: und das ohne eine komplexe, langwierige und kostspielige Integration verschiedener Softwarelösungen. Synctive arbeitet bereits mit Kunden aus verschiedensten Bereichen des Maschinenbaus. Dazu zählen Hersteller von Maschinen für die Logistik, Baubranche, Metallverarbeitung, Lebensmittelindustrie und vielen mehr.

Geschäftsmodell der Zukunft

Die sogenannte „Supscription Economy“, die unter anderem Abo-Modelle bei Softwareanbietern wie Adobe oder SAP beschreibt, ist ein branchenübergreifender Trend. Dank der innovativen Geschäftsidee von Synctive soll diese endlich im Maschinenbau Einzug halten. Statt die Maschinen nur einmalig zu verkaufen, bieten Maschinenhersteller diese mehrfach als „Equipement-as-a-Service“ zum Verleih inklusive weiterer Services an. Damit treffen die drei Gründer den Nerv der Zeit, denn das Geschäftsmodell gilt als zukunftsweisend und soll laut einer Studie innerhalb der nächsten drei Jahre auf 131 Milliarden US-Dollar Marktvolumen anwachsen.

“Mit Synctive wollen wir eine Win-Win-Situation für die deutsche Industrie schaffen. Nicht nur Maschinenhersteller können ihre Geschäftsfelder erweitern und ihre Margen erhöhen, auch deren Kunden, zum Beispiel kleine und mittlere Unternehmen, profitieren von diesem flexiblen Abo-Modell. Statt hoher einmaliger Investitionen beim Kauf einer Maschine, zahlen sie flexibel für die Maschinenverfügbarkeit und koppeln so ihre Kosten an den Umsatz. Um ihr Abo-Modell effektiv zu managen, benötigen Maschinenhersteller jedoch ein System, dass die Prozesse und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen optimal unterstützt. Synctive nimmt die Komplexität und hilft bei der Steuerung und Automatisierung wesentlicher Prozesse“, beschreibt Albert Gorlick die Entwicklung.

Aus einem linearen Geschäftsmodell wird ein zirkuläres – und stellt die Prozess- und IT-Landschaft vor große Herausforderungen. Synctive bietet seinen Kunden deshalb ein Managementsystem, dass eine effiziente Zusammenarbeit von Vertrieb, Buchhaltung, Controlling und Customer Service ermöglicht. Dazu gehört unter anderem das Maschinen-Onboarding, das Vertragsmanagement und die Pay-per-Use-Abrechnung. Die Kunden erhalten außerdem einen genauen Überblick über die Performance und Wartungsintervalle ihrer verliehenen Maschinen. Mit ihrer Geschäftsidee wandten sich die drei Gründer an die garage33 und erhielten vor allem in der frühen Phase ihrer Geschäftsentwicklung vielseitige Unterstützung, beispielsweise durch Gründungscoachings, einem eigenen Büro oder bei der Antragsstellung des EXIST-Gründerstipendiums vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. „Mit dem Rückenwind der Finanzierung, werden wir das Team ausbauen und unsere Lösung weiterentwickeln. Die garage33 hat uns vor allem während der Validierungsphase der Geschäftsidee enorm unterstützt. Vielen Dank dafür“, so Gorlick.

Wir gratulieren dem Team zu diesem Erfolg!

Foto (Synctive): V. l. Die Synctive-Gründer Alexander Wunder, Albert Gorlick und Manuel Rüsing in der SmartFactoryOWL.